Beitrag vonJörg Plath

Rinjehaun!

Mir gefällt, wie sich Dana Buchzik verabschiedet. Vermutlich gefällt es mir auch, weil sie das Soziale im Social Reading ernst nimmt und den Mitlesern ein Farewell! zuruft, so, wie man sich aus der Umkleidekabine von Mitschwitzern im Sport oder in der Kneipe von Mittrinkern in einem anderen Sport verabschiedet. Ich möchte daher auch ein Farewell! in die Runde rufen. Und wie Dana Buchzik für mich konstatieren, dass das betreute Lesen so seine Tücken hat. Ich habe etwa gestaunt, wie viel Kraft und Energie manche Leser auf Nachweise verwendeten – die Listen von Zitaten, Musikstücken und anderen Realien sind mit Akribie…

Hasenfüßiger Auftakt

Bäume in Australien mögen, wie das Motto behauptet, einen langen Arm haben – dieser Roman hat bemerkenswert einen kurzen Atem. Kleinklein stellt Clemens J. Setz seine Hauptperson Natalie Reinegger vor, die, gerade diplomiert in Behindertenpädagogik, verschlafen hat und die Ballonfahrt der Absolventen versäumt. Natalie wird an diesem Tag nicht in den Himmel aufsteigen (und, so dürfen wir aus der sicher bedeutsamen Anfangsszene schließen, auch später nicht!). Die folgenden Kapitel stellen brav das Leben der 21-Jährigen vor: „Arbeit“, „Markus“, der Ex-Freund, „Streunen“, die einzige Freizeitbeschäftigung, „Laute auf dem Weg zur Arbeit“, „Die Betreuerinnen“ des Heimes, in dem Natalie gerade angestellt wurde,…