Jan Drees und Guido Graf

16.11.

Kinder wie Bäume, wie kleine Bäume, also Bonsais (das sind natürlich keine „Kinder“, also keine Baumkinder, sie sind nur kleiner als andere Bäume; aber eben so wie die einstige Vorstellung vom Homunculus auch ein Menschen- oder Kinderbild bei Clemens Setz sein könnte), die mit Menschen und anderen Pflanzen kommunizieren können:

Was ist das für ein Unterfangen? Ich krümme mich zurück in die selbstgebastelte Welt? Die Pflanzen sollen (sollen! Tatsächlich SIND sie es natürlich nie) lebendiger erscheinen, so der japanische Forscher Furi Sawaki.

Das weht heran, unwillkürlich scheinbar. Und ist doch zugleich immer schon da, weil herbeigesehnt: Ein Hauch, der Natalie umgibt, in den sie sich hüllen kann, in dem sie schimmert in einem Glanz, der nur ihr allein gehört. Dann, in dieser kleinen Aura ist sie immer noch das Kind und ganz Präsenz, illuminiert von einem Anschein von Geheimnis.

Der Grand Mal-Anfall ist ein Zeichen hoher Kontingenz, eine Kontingenzerfahrung, die unsere Hauptfigur hier macht. Es gibt eine Parallele zu Rainald Goetz‘ Debütroman „Irre“. Bei Setz wie bei Goetz kommt ein Berufsanfänger in eine Extremsituation. In „Irre“ war es die Nervenheilanstalt, hier ist es die betreute Wohneinheit. „Irre“ vergleicht den Wahnsinn des Punkfans und Arztes mit der Geisteskrankheit der Patienten auf der einen und der Elektroschocks, die die Ärzte als Therapie ansetzen, auf der anderen Seite.

In Setz‘ „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“ kommt also diese Frau als Betreuerin in eine der Normalisierungsanstalten unserer Gesellschaft. Hier sollen jene, die nicht integrierbar erscheinen, auf die Werte, Normen, Handlungsweisen unserer Gegenwart umgestellt werden. „Das Erziehungssystem ist errichtet worden zur Denaturierung der Neuankömmlinge in unserer Gesellschaft“, schreibt der Soziologe Niklas Luhmann in einem seinem Bücher (aus dem Kopf zitiert).

„Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“ zeigt nun, was geschieht, wenn diese Denaturierung missglückt ist. Daher auch der ständige Rückgriff des Textes auf biologische Zustände; die Promiskuität der Heldin, ihr geradezu tierischer, wahllos gesuchter und unter Brücken gefundener Sex, zu dem sie längst keine kulturell gesicherte Position mehr bezieht. Sie sieht sich durch ihr Sexverhalten zurückgeworfen in früheste Teenagerzeiten. Eine „Sexualbegleitung“ wäre auch ihr anzuraten, eine neuerliche Aufklärung in vielerlei Hinsicht.

17.11.

Der Trick, der zwischen zwei Fingerkuppen passt, funktioniert ja immer und am besten mit Dingen, die unerreichbar weit weg sind, wie Mond und Abendstern und Sonne. Erst der Zaubertrick macht die Dinge geheimnisvoll, ungewusst und isoliert. Hinter dem Krankenhausfenster ist für Natalie alles unscharf.

Dieser Trick ist eine von vielen Belegen, in welcher Weise „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“ gängige Phänomene des Internetzeitalters in den discours einbaut. Die Seite „nowyourmeme“ beschreibt 2011 das von 4chan ausgehende Meme „Can You Please Photoshop The Sun Between My Fingers?„. Wie so oft ( wie hier beim Eiffelturm) geht der Versuch des Fingertricks schief und die Netzgemeinschaft wird um Rat gefragt. Das führt wiederum dazu, dass Spaßvögel weltweit die Bilder auf eine humoristische Art verfremden, freilich nie in der vom 4chan-User gewünschten Weise: das Bild wir mit unzähligen Sonnen übersät, die Hand per Photoshop vom Körper abgetrennt und nach unten verschoben et cetera). Hier kommt im Besonderen der Spieltrieb, ein wichtiges Merkmal der Adoleszenz, zum Tragen und kulturpessimistische Geister mögen darin zugleich einen Beleg finden für die Infantilisierungstendenzen des Internets.

bdc

Genau deshalb ist Natalie immer wieder, durch das ganze Buch hindurch überrascht. Eine Bewegung von Dorm passiert so schnell, dass es ihr auch wie ein Zaubertrick vorkommt (S. 322). Gleich darauf braucht er aber wieder ihre Hilfe. Mit solchen Tricks kann man nicht nur Dorm still stellen. Er ist dann ganz reglos und alles um ihn und Natalie herum hält inne. Verblüffung und Schmerz lassen sich nicht voneinander trennen. Und mit genau so einem Trick dringt sie auch in Hollbergs Haus. Nichts von dem, was sie tut, was ihr widerfährt, darf motiviert sein, sondern geschieht aus reiner Willkür.

18.11.

Alles um Natalie ist verzaubert. Der Dreck, der Schweiß, das Nichts. Aus dem Nichts wird immer etwas gezaubert und natürlich geht es nur um dieses Nichts. Um Schutz vor dem Nichts, um seine Domestizierung. Das herbeigezauberte und das verzauberte Nichts bekommt so eine Instantmaterialität, die sich verarbeiten lässt, um zum Beispiel „durch geschickte, enge Rollbewegungen der Finger zu kleinen Kügelchen verarbeitet“ zu werden. Dieses kleine Nichts ist selbstverständlich nur pars pro toto. Seine zauberische Substanz taugt auch, daraus Großes zu errichten.

Selbst ihr Name erscheint Natalie verzaubert, als er gedruckt auf einem Namensschild steht. Die konstitutive Fremdheit muss in das kindliche Zauberritual integriert werden. Das Konzept Vernunft wird dann immer zu einer merkwürdigen Aufgabe, die andere gestellt haben. Natalie, das Kind, aber kann das davor verbergen und weiterhin nichts wissen und sich als ABC-Schülerin in allen Dingen inszenieren.

19.11.

Natalie scheint von sich selbst verzaubert zu sein. Aber tatsächlich wird sie als diejenige gezeigt, die sich in diese Fähigkeit der Zauberei und des Verzaubertseins flüchtet, um nichts verstehen und nichts wissen zu können.

20.11.

Das Kind, das sich dumm vorkommt. Ein Standard, auf den Natalie immer wieder zurückführt, wenn sie etwas erinnert. Wie an die Schule und die Zahnpasta etwa, als sie gerade mit einem halben Nachtfalter in ihrer Wohnung eine andere kindliche Grausamkeit re-enacted (S. 234 f.).

Ein rekursives, ewig ins Vorläufige verlängertes Spiegelstadium, dieses Weltchen, in das sie sich hineinminiaturisieren kann.

Die Kindheit ist verknüpft mit dem „Magischen Denken“ (vergleiche auch die Stelle in Christian Kracht „Faserland“, wo der Held am Strand steht und sich vorstellt, mit den Fingern Schiffe zu bewegen – oder auch der Film „Die fabelhafte Welt der Amelie“ von Jean-Pierre Jeunet). Dieses „Magische Denken“ wird auch thematisiert in den „2×2=grün“-Vorträgen, die der Radikale Konstruktivist Heinz von Foerster gehalten hat und von seinem Onkel berichtet, der glaubt, die Planeten nähmen Einfluss auf ihn, was zu der Belehrung führt, der Einfluss des Jupiters auf ihn sei exakt so groß wie sein Einfluss auf den Jupiter.

22.11.

Das Magische Denken, der Magische Realismus: Phänomene, die dem Roman zugeschrieben werden können. „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“ ist davon übervoll.

Die Assoziationsketten, die Natalie zugeschrieben werden, die Bilder, mit denen man sie konfrontiert, sind oft verbunden mit kindlichen Erlebniswelten. Sie bekommt eine Comicbanane gezeigt, den Stengel nach oben,

23.11.

Auf Klassenfahrt in Spanien sitzt eine Schülerin auf einer Obstwiese, beißt in einen Apfel. Der Geschmack missfällt ihr, sie wirft, ohne sich umzudrehen, den angebissenen Apfel in hohem Bogen hinter sich. Der Apfel fliegt in eine Fensterscheibe, die zum Badezimmer eines Pensionszimmers gehört. Die Scheibe splittert und Apfel wie Splitter stürzen auf einen Chinesen, der gerade sein Bad nimmt und sich zu Tode erschreckt. In der Vorstellungs- und Wahrnehmungswelt Natalies müssten die Glassplitter dem dichten Seifenschaum in der Wanne nun die Gestalt eines Drachenrückens geben, was wiederum der Zeit des Geschehens entspricht, dem Jahr des Drachens. Die Geschichte ist wahr, kommt aber nicht vor im Roman. Um aber das, was tatsächlich im Roman passiert, zu Natalies Zauberei werden zu lassen, zu ihrer trancehaftigen Isolation, bedarf es meist nur einer kleinen Verrückung. Diese literarischen Glitches scheinen permanent verfügbar und Natalie, das ewige Kind, wird verwundet durch das, was sie sieht. Die Zaubersubstanz, die aus der Zahnpastatube quillt, ist herrlich anzusehen, doch jedes Cum Cookie beißt ihr zugleich ein Stück aus der Seele. Alles auf der Zauberbühne dieses Romans geschieht unendlich langsam. Das macht u.a. auch seinen beträchtlichen Umfang aus. Jedes Wort, jeder Satz strahlt, oder will strahlen. Weil er dennoch an die Heilkraft der Wort glaubt. Der Roman.

24.11.

Es gibt diese Geschichten und Filme, in denen Kinder über Fähigkeiten verfügen, die den sie beobachtenden Erwachsenen bedrohlich erscheinen, den Kindern selbst aber natürlich. Erst in der Konfrontation der Welten entsteht das Befremden. Die Kinder müssen dann gerettet werden oder ihre besonderen Kräfte retten die Welt oder beides. An dieses Genre knüpft Clemens Setz an, wenn er Natalie über Juan sinnieren lässt. Über eine kleine, fast unmerkliche Veränderung des Winkels von Kinn und Hals in der Badewanne, die eine chaotische Kausalkette auszulösen imstande ist, an deren Ende eine zerstörerische Wirkung steht. Internalisierte Schuldzuschreibung als Weltverhängnis, denn auch jeder Juan hat seinen Juan, ist Natalie überzeugt. Es geht um Besänftigungsrituale für das Kind, die seine Aggressionen so lange verschnörkeln, dass sie zu einem nie endenden Geschichtensingsang werden.

Wenn Natalie in ihre „intimen, spielerischen Gespräche“ eintaucht, ist „ein Kind anwesend“ (S. 31). Das Kind muss beschwichtigt werden, alle Differenzen sind ihm aufgehoben, bis kein Widerspruch die Welt mehr trübt. Ein einziger Echowahnsinn.

27.11.

Hier bellen Kinder. Sie sind die Wesen mit den großkleinen Gefühlen.

Es gibt nur klein und groß. Nichts dazwischen. Oder besser: das Dazwischen ist das alles in sich aufsaugende große Nichts. Von jeder Serifenschrift droht Gefahr. Man schreibt einen steilen Berg hinauf oder in einen unergründlichen Abhang hinein. Doch auch so ein Sturz geschieht nicht einfach so, vor allem nicht schnell, sondern unendlich langsam. Die Aura hält alles fest.

29.11.

Natalie denkt und bewegt sich in Loops. Wir lesen diesen Roman als Loop. Viele Leser_innen nehmen dieses Wiederholungsmuster auf, vielen anderen zehrt es an den Nerven. Nichts hier ist ganz oder vollkommen. Keine Abgründe, keine Schwärze, keine Hoffnung, kein Ausweg. Immer gibt es etwas dazwischen. Kleine Abweichungen, Unschärfen, Übergänge. Genau diese Interferenzen bilden ein Muster, Endlosschleifen, Wiederholungen. Nun meint aber Natalie an sich eine Differenz zu entdecken.

Wie erinnert man sich an eine Unterscheidung, an „eine absolut stäubchen- und trübungsfreie Ansicht der Welt“? Es ist derselbe Blick, den die Lektüre dieses Romans aufwirft: Die Dinge und Menschen bilden ein Muster in Permanent-HD, schwer erträglich und sehr genau. Keine Geschichte kann so einen Blick je wieder einfangen. Diese psychologische wie physiologische Nahsicht ist ein Phänomen, das in der antiken oder mittelalterlichen Literatur unbekannt war. Odysseus wird zwar als „listig“ charakterisiert und seine Kreuzfahrt wird auf logischem Wege motiviert. Aber was in ihm vorgeht, wird nur knapp benannt, nicht ausgeleuchtet, erst Recht nicht in HD aufgelöst. Die Schmerzen, die sichtbar sind in den antiken Skulpturen (Winckelmann ausdrücklich nicht folgend gilt das auch bei der Laokoon-Gruppe, wenn man genau hinschaut), finden kein angemessenes Äquivalent in der Literatur. Selbst die irrationale Liebe braucht um 1220 bei Gottfrieds „Tristan“ einen magischen Zaubertrank. Sorgen werden höchstens im Traum auf verrätselte Weise artikuliert, wenn der betrogene König einen alles verwüstenden Eber in sein Reich eindringen sieht.

30.11.

Natalie versteht immer alles, auch wenn sie nichts versteht. Ihr geht es mit der Welt wie mit der schwedischen Sprache. Ein Gefühl, ein Stolpern, ein Sturz, ein Anfall am Meer, der Abzählreim, der wieder Ordnung schafft, wo gerade alles aus den Fugen geraten ist. Jede kleine Regung muss gezählt werden und benannt. Dann kann man einfangen, was eigentlich nicht auszuhalten ist. So wie dieses Buch. Dieser Zähl- und damit auch Ordnungszwang wird treffend beschrieben in Rainald Goetz‘ „Irre“, einem anderen großen Weltüberschüttungsroman, in dem der Assistenzarzt Raspe einerseits mit den zwanghaften Psychiatriepatienten umgehen muss und dann im Punk und New Wave den chaotischen Alltagsausbruch schafft. Andererseits sucht und versucht Raspe die Ordnung. Er will den kreisenden Diskurs in Linien übertragen, ihn glätten, auf eine Weise, die man von Vilém Flussers und Friedrich Kittlers Medientheorien kennt, die besagen, dass Schreiben (in Linien) eben das schafft: Ordnung, Einheit usw. „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“, enzyklopädisch auf den ersten Blick, ist zugleich ein Roman über das Scheitern dieser Ordnungsvorhaben, ein Roman der Entropie.

1.12.

Das Grand Mal ist Ausgangspunkt und Ziel zugleich. Immer wieder fangen Sätze in diesem Roman an mit „Als Kind hat Natalie…“, um dann rasch bei den Anfällen zu landen. Sie stellen eine Art Gravitation dar, die für die ganze Geschichte eigene Regeln aufstellt. Aber auch nur für Figurenzeichnung und Perspektive. Die Sprache scheint davon merkwürdig unberührt. Das ist umso auffälliger als es in diesen Sequenzen immer wieder um die Entgrenzungserfahrungen geht. Wie konkret kann die Sprache im Roman werden, wenn es um ein Grand Mal geht?

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Hier lohnt ein Blick zum großen Novellenautor Hartmut Lange, der in seinem poetologischen Buch „Irrtum als Erkenntnis“ schreibt: „Die Autonomieerfahrung, die wir in unserer Kindheit machen, blendet nicht etwa den Erlebnishorizont aus, wir sind nur unfähig, diesen objektiv zu deuten. So wird die einfache Wahrnehmung ständig durch die kindliche Vorstellungswelt selektiert, und auch wo wir das Bedrohliche unmittelbar und ganz unausweichlich erfahren, bleibt es abstrakt und somit im Bereich des Grundlosen.“ (S. 13)

13.12.

Das Kind hat eine Pause eingelegt und von sich abgesehen. Es besitzt ein Oktopusauge und hat damit alles gesehen. Das ist nicht auszuhalten. Dieses Kind ist „das ständig gequälte Wesen“ (S. 332). Es sitzt in einem Oktopusstuhl.

Mario, umsorgt vom Oktopus

Dieses Kind weiß, wie weiche Zäune sich biegen oder dann auch explodieren, ganz langsam. Es weiß von sterbenden Uhren, die jahrelang tot im Regal liegen, um dann doch Piepser von sich zu geben, drei rätselhafte Piepser. Diese Erinnerungen leuchten umgeben von vollkommener Dunkelheit und erzählen von verbindungsloser Abgeschiedenheit (S. 595). Das Kind sitzt da in einer Wolke aus eingemottetem Licht, als sie eine Nachricht von Mario erreicht.

Das Kind als das Rätselhafte: Es taucht auf als „Coma Baby“ in „Bright Lights, Big City“, verbunden mit dem Unheimlichen ist das Kind ebenso in zahlreichen Horrorfilmen. Legendäre Gruselfilmkinder hat „Eines Tages“ hier zusammengestellt, darunter Linda Blair, 1973 in „Der Exorzist“, der damals gerade drei Jahre alte Miko Hughes 1989 in der Stephen-King-Verfilmung „Friedhof der Kuscheltiere“ und Drew Barrymore als kleine Mädchen namens Charlie in dem Horrorfilm „Der Feuerteufel“ von 1984. In welcher Weise die Erfahrung der jungen SchauspielerInnen Spätfolgen/Schäden zeigt ist Grundlage etlicher Diskussionen im Internet.

24.12.

Kinder sind Skulpturen aus Kaugummis, sagt Natalie. Die Babys zumindest. Das kann nicht die Zukunft sein. Die Zukunft des Kindes, das Natalie ist und bleibt, das sie bleiben will und muss, ist nur die eigene, die gleich bleibt, unverändert. Verändert sich etwas bei ihr im Laufe des Romans? Ein Kind, das nicht sie selbst ist, kann sie sich nur als Reproduktion ihrer selbst vorstellen. Sie hat die Vorstellung, dass irgendwo ein Kind existiert, das ihr Kind ist und das zugleich aber Ergebnis einer unbefleckten Empfängnis gewesen sein muss.

Die Bilder dieser kindlichen Zwischenwesen bekommen wir, wie die Bilder vom Heiminsassen Mike,  natürlich nicht zu sehen. Denn sie lassen für Natalie nur eine Schlussfolgerung zu: sie wird nie Kinder haben. Das Mosaik kann nur ein Portrait ergeben.

Ganze Forscherleben sind einst draufgegangen für die genaue Indexierung der Werke verschiedener Autoren in so genannten Individual- oder Idiolektwörterbüchern (hier gibt es einen interessanten Aufsatz über „Thesauri, Lexika und anderen Wortsammlungen“ von René Schönfeld) Daraus: „Ihre Funktionen sind Textverstehen und Textmanagement, aber auch Übersetzung von Texten, Normierung von Fachsprachen, Beschreibung von Sondersprachen oder historische Forschung.“ Heutzutage kann man, zum Beispiel bei Sobooks, ein Werk wie das von Clemens Setz sehr einfach durchsuchen, Fundstellen anklicken und recherchieren.

Nun steht mit unserem Artikel die Vermutung im Raum, „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“ nutze „das Kind“ als eines der zentralen Begriffe. Interessant ist, die verschiedenen Fundstellen alphabetisch zu ordnen. Vom Bärenkind über das Kindchenschema bis zu Scheidungskindern (und dem englischen Spezialfall „kindness“) reicht das Spektrum und im nächsten Schritt soll dann – nach Silvester – untersucht worden, welche Rückschlüsse von der Häufigkeit eines Worts auf den Text selbst gezogen werden können. Die Liste:

Bärenkind: 291 /Dinosaurierkind: 496/ Geburtstagskind: 521/555/ Heimkinder/n: 232/Junkie-Kinder: 428/ Keller-Kinder: 646/ Kind/es:10/11/11/11/11/20/25/27/30/39/73/73/112/127/132/182/184/217/218/232/236/ 251/252/258/ 277/281/281/269/276/322/358/397/411/437/446/450/450/450/450/450/450/450/450/453/453/476/477/483/ 543/570/585/587/605/605/605/605/605/606/606/606/606/606/619/628/650/652/659/666/678/686/689/703/ 703/705/727/745/762/780/781/795/817/840/847/867/873/873/911/913/913/913/913/913/918/925/ Kindchenschema: 181/181/264/531/ Kinder/n: 6/11/11/11/26/65/90/91/232/244/259/265/277/277/281/312/383/ 416/425/426/426/446/450/451/452/485/508/508/520/520/520/540/557/598/605/618/619/657/678/678/695/ 704/704/705/705/705/730/800/881/925/925/977/979/ Kinderbuch: 501/503/504/678/ Kinderbuchautor: 678/ Kinderbücher: 678/678/ Kinderei: 682/ Kindergarten-Kunstprojekt: 198/ Kindergartentante: 483/ kindergärtnerinnenhaft: 421/ Kindergeschrei 414/ Kindergummistiefel: 277/ Kinderhaut:  415/ Kinderkriegen: 36/36/ Kinderlähmung: 747/ Kindermodell: 59/ Kinderreim: 899/ Kinderschere: 156/ Kindershow-Moderator: 606/ Kinderspielplätze: 844/ Kinderwagen: 579/836/ Kinderzimmer: 630/ Kinderzimmer-Territorium: 281/ Kindheit:  9/15/73/105/130/151/520/701/817/972/ Kindheitstraum: 72 Kindheitstrauma: 752 kindisch:  72/731/ Kleinkinder/n:  54 kindlich/es/en:  260/307/438/497/688/764/787/ kindlich-ohnmächtigen: 936/ kindness: 370/ Progerie-Kinder: 730/747/ Rollstuhlinder/n: 646/646/ Scheidungskinder: 660

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