In Hongkong gibt es Octopus, ein bargeldloses Zahlungssystem, das über einen Microship funktioniert, der in Karten oder auch Geräten, den Octopus Readern verbaut wird. Öffentlicher Nachverkehr, Einzelhandel, Onlineshops, Freizeiteinrichtungen und Schulen nutzen Octopus (das Londoner Pendant heißt Oyster Card). Auch in fortgeschrittener Pflegestufe kann die Octopus Card verwendet werden. Als nächstes kommt das Implantat. Man kann dann nach Stimmung einkaufen: Octopus erkennt selbständig die Waren, nach denen es mich verlangt, weiß, welchen Bus ich nehmen muss, in welches Stockwerk des Parkhauses ich muss, wenn ich vergessen habe, wo das Auto noch abgestellt ist. Und es geht auch anders herum: Bücher im Regal signalisieren mir, dass ich sie gerade nicht lesen will, die Konsole wechselt rasch zu einem Shooter, obwohl ich mich doch verpflichtet fühlte, die abstrakte Puzzle-Challenge wieder aufzunehmen.

Natalie, der die Augen ausgefallen sind, nachdem sie etwas über Oktopusse gelesen hat, dimmt Hollbergs Rede weg. Sie geht in einen anderen Raum. Zuviel eindeutige Aufmerksamkeit wäre verwirrend. Sein Monolog über den Oktopus war auffällig. Was dann folgt, nicht mehr. Aber natürlich denkt sie weiter darüber nach. Sie verwandelt sich in einen Oktopus, weil es ihre eigene Kommunikationsform ist, mit der sie sich da identifizieren kann. Oktopusse müssen ansonsten auch umfangreiche Bücher schreiben.

(Fortsetzung folgt)