Ich habe da so ein Trauma. Immer wenn ich das Wort „Einrichtung“ höre, zucke ich zusammen. Ob Pflegeheim, Beratungsstelle, Kindergarten oder Drogentreff – im Sozialtherapeuten-Sprech sind das alles „Einrichtungen“.

Auch der Ort, wo Natalie und Alexander Dorm aufeinandertreffen, ist so eine Einrichtung. Dort arbeiten Menschen, die nach BAT bezahlt werden, sich mit Übertragung und Gegenübertragung, Handlungskompetenzen und –konsequenzen auskennen. Die wischen dir den Arsch ab und karren dich dann zu ihren integrativen Gruppenangeboten.

Mein Trauma rührt aus einer gescheiterten Beziehung voller Grenzüberschreitungen und nicht angenommener Angebote. Meine Ex-Frau leitete zwei Einrichtungen auf zwei halben Stellen. Zusammen haben wir es zu zwei ganzen Kindern gebracht. Sie hätte sich gut mit Astrid oder B verstanden. Mit Natalie eher nicht so gut. Mit mir dann irgendwann auch nicht mehr.

Zu den vielen schaurig schönen und unschönen Eindrücken beim Lesen dieses Romans gehört auch, dass diese lang vergessene, traumatische Zeit wieder lebendig wird. Eine Teamsitzung mit Sprechtüte, das Wort „Supervision“ und schon muss ich das Buch aus der Hand legen und mehrmals tief durchatmen. „Ist was?“ fragt meine Frau.  „Schon ok,  altes Leben – etwas aurig!“