Beitrag geschrieben amSeptember 21, 2015

In der Einrichtung

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Ich habe da so ein Trauma. Immer wenn ich das Wort „Einrichtung“ höre, zucke ich zusammen. Ob Pflegeheim, Beratungsstelle, Kindergarten oder Drogentreff – im Sozialtherapeuten-Sprech sind das alles „Einrichtungen“. Auch der Ort, wo Natalie und Alexander Dorm aufeinandertreffen, ist so eine Einrichtung. Dort arbeiten Menschen, die nach BAT bezahlt werden, sich mit Übertragung und Gegenübertragung, Handlungskompetenzen und –konsequenzen auskennen. Die wischen dir den Arsch ab und karren dich dann zu ihren integrativen Gruppenangeboten. Mein Trauma rührt aus einer gescheiterten Beziehung voller Grenzüberschreitungen und nicht angenommener Angebote. Meine Ex-Frau leitete zwei Einrichtungen auf zwei halben Stellen. Zusammen haben wir es zu…

Zivildienst

Zu Beginn des Romans von Clemens J. Setz lese ich über den Alltag der Protagonistin Natalie Reinegger, die mit Behinderten arbeitet: Und so weiter. Warum nicht kurz beschreiben, welche Erinnerungen eine solche Stelle in dem Leser Jan Süselbeck auslöst, aus welcher Disposition heraus ich nun diesen Roman zu rezipieren beginne? Im Wintersemester 1992 nahm ich mein Studium an der Freien Universität Berlin auf. Bereits 1993 wurde ich aufgrund einer Verkettung von Umständen, die hier zu weit führen, zum Zwangsdienst in verschiedenen Berliner Behindertenschulen und -werkstätten verpflichtet. Die Uni war für mich damit für 15 Monate vorbei, und stattdessen fand ich…