Guido Graf schreibt über die laufende Neusortierung unserer Lese- und Schreibprozesse. In der Literaturwissenschaft greift man da gerne auf Rüdiger Campes Begriff der ‚Schreibszene‘ zurück. Jeder Akt der Niederschrift ist demnach als eine spezifische Verbindung von Sprache, Schreibwerkzeugen und körperlichen Gesten begreifbar. Es gibt bestimmte Stimulanzien, die diesen Reigen befeuern mögen, vor allem aber gibt es dabei auch vielfältige Widerstände, die zu überwinden sind. Wer heute zu viel bei Facebook unterwegs ist, schreibt vielleicht keinen tausendseitigen Roman mehr fertig. Und erst Recht keine Habilitation. Beim ‚Social Reading‘ kommt zu dieser ‚Schreibszene‘ nun auch noch eine ‚Leseszene‘ hinzu. Alle lesen hier…